Gemischter Chor Gächlingen    
 

 Bericht und Bilder von Andrea Iten            

Hol’s de Gugger – ein tierischer Krimi

Am Samstagabend lud der Gemischte Chor Gächlingen zu seinem traditionellen Chränzli ein. Die zahlreichen Besucher erwartete ein tierisch, komisches Gesangsvergnügen.

Nach dem Eröffnungslied „Auf einem Baum ein Kuckuck sass“ und der Begrüssung durch Kurt Salvisberg wurden  die Zuschauer in den verzwickten Alltag der Familie Leu eingeführt. Der gestresste Geschäftsmann Oski Leu tyrannisiert mit seinen Ansprüchen seine Frau Irène und seinen Sohn Christian. Sein neuster Vorschlag ist, sein Arbeitspensum zu reduzieren und das fehlende Geld mit einer WG in seinem grossen Haus zu erwirtschaften. Während einer Geschäftsreise des Vaters ergreifen Mutter und Sohn die Initiative und suchen Mitbewohner. Passend dazu begleiteten die Sänger den Vater mit „El condor pasa“ auf die Reise nach Peru und unterstrichen das Fernweh der Mutter mit „La Golondrina“, der kleinen Schwalbe die in die warmen Länder reist. Der alte Leu ist nun aus dem Haus und Christian vermietet ein Zimmer an Larissa, der  Studentin für Tiermedizin und die Mutter an Herrn Dr. Klingenberg, Tierarzt. Christian zeigt sich als äusserst einfallsreich und beweist sein Organisationstalent. Dies wurde mit den Liedern „Junger Adler“ und „Der Löwe schläft heut Nacht“ unterstrichen. Bald stellen die Untermieter Ansprüche. Larissa benötigt diverse Tiere für ihre Diplomarbeit und Dr. Klingenberg den Laptop von Christian. Die Mutter geht auf die Forderungen ein, mit der Bedingung, dass keine Katze, auf Grund ihrer Allergie, ins Haus kommt.  Mit „Memory“ aus dem Musical Cats wurde dies gesanglich festgelegt. Bald erweist es sich, dass der Tierarzt ein Hochstapler ist und die Absicht hegt, die Familie Leu in den finanziellen Ruin und seine Geldwäschergeschäfte weiter zu treiben. Larissa besorgt sich unterdessen mit Hilfe von Christian ein Huhn, eine Forelle, eine Katze, Stubenfliegen und ein Koki für ihre Studien. „Die Stubenfliege“ wird mit Hilfe der Sänger und Sängerinnen schnell gefangen. Schwieriger wird es mit dem Koki. Ist das nun ein Frosch oder ein Vogel? Laut Internet wird schnell klar, es ist ein Frosch, der in Puerto Rico lebt. Weniger klar war dies dem Komponisten, der das Lied „Der Koki“ komponierte. Für Friedrich W. Olpen war der Koki ein Vogel. Während Christian fleissig hilft Tiere organisieren, manipuliert Klingenberg ebenso fleissig den Laptop von Christian. Unterdessen erscheint noch eine dritte Untermieterin, Oriana Pedretti. Christian wird langsam misstrauisch, weil sein Computer immer mehr beansprucht wird und Ungereimtheiten aufweist. Larissa findet glücklich das Huhn Rosa und die kleine  Katze Angelina. Mit viel Charme und Humor singen die beiden Sopranistinnen Bea Niklaus und Andrea Huber das „Duetto die due catti“ von Gioachino Rossini. Danach spitzt sich die Lage zu. Der Vater Leu kehrt nach Hause zurück und findet in seinem Haus lauter fremde Leute. Konsterniert stellt er fest, dass auch allerlei Getier sein Haus bevölkert. Ein Bad zu nehmen erweist sich als unmöglich, weil „Die launige Forelle“ von Franz Schubert die Badewanne besetzt hält. Ausserdem stellt sich heraus, dass Oriana Pedretti von der Polizei ist, die Christian wegen Wirtschaftsverbrechen verhaften will.  Zu guter Letzt klärt sich aber alles auf. Christian entlarvt den ehrenwerten Dr. Klingenberg, alias Köbi aus Frauenfeld, als gerissenen Gauner. Larissa besteht ihr Diplom und Christian erhält eine Belohnung für die Ergreifung von Köbi. „Hol’s de Gugger“ ruft erleichtert Oski Leu, als er sich nach dem ganzen Trubel erschöpft auf das Sofa fallen lässt und sich auf die unauffindbaren Eier von Rosa, dem Huhn setzt – natürlich unterstützt vom Gemischten Chor mit dem Lied „Wann uns die Henn“.

Das Publikum dankte dem Gemischten Chor und seinem Dirigenten Andreas Domnick mit ganz herzlichem Applaus für den unterhaltsamen Abend.

Im Anschluss an das Programm spielte René Gasser zum Tanz auf und der Gemischte Chor verwöhnte seine Gäste kulinarisch. A.I.