Gemeinde Gächlingen      
 

Bericht von Andrea Iten            

Kopien, Klone, Nummern

Am Mittwochabend lud die Schule Gächlingen zu einem besonderen Theatererlebnis ein. Das Teatro Mobile Solothurn spielte im Gemeindehaussaal von Caryl Churchill „Die Kopien“. Das Theaterstück für zwei Darsteller weist schon durch seinen Titel auf eine skurrile Geschichte hin. Denn es werden nicht Texte oder Dinge kopiert, sondern Menschen. Klone begegnen sich, suchen ihre Identität.

Die Geschichte beginnt mit einem Disput zwischen Vater und Sohn. Der Sohn erfährt nach einem Krankenhausaufenthalt, dass er eine Kopie des originalen Sohn ist. Im Laufe des Gesprächs kristallisiert sich heraus, dass es noch weitere Kopien, Klone gibt. Der Vater drückt sich um Erklärungen, verdrängt Tatsachen und seine eigene Vergangenheit. Es beginnt eine verwirrende Suche nach der eigenen Identität des ersten geklonten Sohnes.  Ebenso der zweite geklonte Sohn, der obwohl genetisch identisch, eine andere Wesensart aufweist. Zu guter Letzt lernt der Zuschauer noch den dritten Klon kennen, der  sich charakterlich von seinen Klonbrüdern wieder unterscheidet. Kurz, der eine ist eher gehemmt, der zweite aggressiv und der dritte ist die Frohnatur. Dieses Verwirrspiel wird in Satzfragmenten, hingeworfenen Worten und prägnanten Sätzen dem Zuschauer sprachlich vor Augen und Ohren geführt.

Mit viel Virtuosität und Gefühl für die Sprache verstanden es die beiden Schauspieler Rudolf Fischer und David Andel die Besucher in ihren Bann zu ziehen. So fanden sich die Zuschauer bald mitten in einem verwirrenden Wechselspiel verschiedenster Gefühle. Scham vermischt sich mit Unverständnis, Lachen mit Beklemmung, Mitleid mit Verachtung. A.I.