Artikel aus den Schaffhauser Nachrichten von Vanessa Buff        Bilder

 

Nitratreduktion erfolgreich – Grundwasser wieder trinkbar

Seit dreissig Jahren existiert das Gächlinger Pumpwerk „Chrummenlanden“ bereits, doch wegen zu hohen Nitratwerten konnte das Wasser bis anhin nicht genutzt werden. Dies hat sich jetzt allerdings geändert.

Das Pumpwerk „Chrummenlanden“ wurde anfangs der 70er-Jahre aufgrund eines drastisch ansteigenden Wasserverbrauchs gebaut und war Teil eines Ausbauplanes zur Wasserversorgung der zwei Gemeinden Gächlingen und Neunkirch. Bezüglich der zu fördernden Mengen sollte es ideal liegen, doch bezüglich der Qualität des Wassers musste man schnell einen harten Rückschlag einstecken: Bereits fünf Jahre nach dem Bau der Pumpe stieg der Nitratgehalt so massiv an, dass man das Wasser nicht mehr verwenden durfte, weil dies zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Bevölkerung hätte führen können. Der Höchststand lag im Sommer 1995 bei 57 mg Nitrat pro Liter. Der gesetzlich bedingte Toleranzwert liegt bei 40mg/Liter.

Dies war kein Problem, mit dem nur die beiden Klettgauer Gemeinden zu kämpfen hatten. Die Schwierigkeit, die sich aus dem durch die Landwirtschaft steigenden Nitratwerten ergab, war in der ganzen Schweiz bekannt und so entstanden dann auch zunehmend Projekte, die sich mit dem Thema beschäftigten. In Schaffhausen war dies u.a. das Pilotprojekt „Nitratreduktion im Klettgau“, dessen Ziel es ist, allen Wasserbezügern im Klettgau gesundes, nitratarmes Trinkwasser anzubieten. Und bis jetzt mit Erfolg. Mit Hilfe von verschiedenen Massnahmen wie dem Anlegen von Winterbegrünung oder der Verminderung von Stickstoffdüngung konnte der Nitratgehalt im Chrummenlanden-Wasser erstmals auf unter 30mg/Liter gesenkt werden. Das ermöglichte nun dem Amt für Lebensmittelkontrolle und Umweltschutz des Kantons Schaffhausen, das Wasser wieder zum Konsum frei zu gegeben. Dies sei allerdings nicht nur auf das Projekt selbst, sondern v.a. auch auf die schweizweite Agrarreform aus dem Jahr 2002 zurück zu führen, so der Leiter des Amtes, Roger Biedermann.

Aus diesem Anlass fand nun am Samstag in Gächlingen ein Wassertag mit Ansprachen, Festwirtschaft, deren Erlös übrigens der Glückskette zugute kam, und diversen Spielen für Jung und Alt statt. Besucher und Veranstalter trafen sich beim Feuerwehrmagazin, wo zwei Referenten über das Projekt informierten. Anschliessend ging es zu besagtem Pumpwerk. Bevor jedoch die Schieber, die das Wasser ins Trinkwassernetz einspeisen, geöffnet werden konnten, wurde Roger Biedermann symbolisch zum testen des Wassers aufgefordert. Er befand es für sehr gut und verlangte sogleich Nachschub.