Eine Chilbi für die ganze Familie  (Text und Bilder von Marianne Näf-Bräker)

Mit dem Chilbibatzen oder dem ersparten Sackgeld stürmten die Kinder zum Stand mit den Süssigkeiten, Pistolen und Spielsachen. Die Kleinsten sitzen auf dem Karussell, das neu nicht mehr durch Muskelkraft betrieben wird. Auf dem Lohnnemer Karussell gibt es dafür eine grössere Auswahl an Fahrzeugen. Fallbrett, Bungee-Trampolin und Gumpischloss ziehen Kleine und Grosse an. Die Jugendlichen tummelten sich bei „Guggi“ und der Schifflischaukel. Mit seiner mechanischen und von Hand angetriebenen Bahn verbreitete er vor allem am Samstagabend Stimmung. Beim hellen Mondschein und Lichtspielen freuten sich die Teenies über seine Show. Der Schausteller und seine Crew ziehen von einem Dorffest zum nächsten. Sie mögen den Kontakt zu den Fans und sind deshalb schon zum sechsten Mal an der übersichtlichen Dorfchilbi dabei. Zu den treuen Fans gehört auch Dominik Brüllmann, der als Filmproduzent ein Video über das Fest drehte.

Jedes Jahr, am dritten Augustwochenende treffen sich die Gächlinger Familien auf dem Chilbiplatz mitten im Dorf. In der Region hat sich herum gesprochen, dass hier für wenig Geld viel Spass geboten wird. Am Sonntagnachmittag wurden über hundert Tagespässe verkauft. Das bewährte Organisationskomitee und viele Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Die einfache Festwirtschaft war sehr gut besucht und schloss bestimmt nicht mit Verlust ab. Ursprünglich waren die Dorfwirtschaften skeptisch gegenüber der Konkurrenz auf dem Chilbiplatz. Inzwischen wurde klar, dass sie von den Besuchern profitieren. In diesem Jahr gab’s im „Kreuz“ Pizza und Spaghetti statt traditioneller Chilbibraten. Trotz grossem Erfolg spricht das Chilbi-Team vom Aufhören. „Nächstes Jahr organisieren wir die Chilbi zum 15. und letzten Mal“, ist Katharina Glarner überzeugt. Sie hofft auf Nachfolger, denen das Gächlinger Familienfest ebenfalls am Herzen liegt.

Dass an der Chilbi der Geburtstag der Kirche gefeiert wird, dürfte den wenigsten Besuchern bekannt sein. Im festlichen Gottesdienst betonte Pfarrer Christian Stettler, dass die Menschen schon seit Jahrtausenden Häuser für Gott gebaut hätten. Aber der Schöpfer von Himmel und Erde hätte in keinem Gebäude Platz. Er lässt sich nicht fassen, wohnt aber trotzdem bei den Menschen, die ihm vertrauen.