Impressionen aus dem Lockdown in Gächlingen

Auch Gächlingen befindet sich im Ausnahmezustand, aber nicht im Dornröschenschlaf. Die Leute versuchen sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

Der Gemeinderat informierte in einer Spezialausgabe der «Gmaandhus-Post» über die aktuelle Lage in Gächlingen. Auf Anfrage meinte der Gemeindepräsident André Bachmann, dass er in seiner Funktion im absoluten Ausnahmemodus laufe und er beinahe rund um die Uhr für die Gemeinde tätig sei.  «Es laufen viele Abklärungen und Vorbereitungen auf der Stufe der Gemeinde. Wir müssen für eine Verschlimmerung der Lage gewappnet sein», sagte er. Die Stimmung im Dorf sei angespannt und er spüre eine gewisse Verunsicherung. «Es ist wichtig, dass alle Gächlingerinnen und Gächlinger zurzeit auf ihr Umfeld und die Nachbarschaftshilfe zählen können. Man darf auch immer per Telefon oder Mail auf die Gemeinde zukommen.» Es sei ihm ganz wichtig und er erwarte, dass sich nun alle - aus Solidarität zur ganzen Gemeinschaft -  an die Vorschriften halten
Bea Niedrist Die Kurse und Cateringangebote von Bea Niedrist vom Kochstall mussten abgesagt oder verschoben werden. Das Positive an der ganzen Situation sei für sie immerhin, dass sie jetzt Zeit für alles Liegengebliebene habe.
   
Alexandra Gäng arbeitet in der Gesitrel AG in Herblingen und  hat nun von ihrem Chef die Möglichkeit für Home-Office angeboten bekommen. Er stellt ihr dazu auch einen Laptop zur Verfügung. «Diese neue Arbeitsweise werde ich nun ausprobieren», so die Gächlingerin.
Mischa Hafen
„Schule ohne Schüler ist schon ziemlich merkwürdig. Irgendetwas fehlt“, meint der Klassenlehrer der 1./2.Klasse Mischa Hafen schwermütig.
   
Familie Heller
Angela Heller versucht die Zeit mit ihren Kindern sinnvoll zu verbringen und auch immer wieder mit ihnen an die frische Luft zu gehen. Jetzt sei man halt eben 24/7-Mama, so Angela Heller
   
Selina Zettel
Auch im Volg Gächlingen wurden Massnahmen getroffen. So helfen beispielsweise anders platzierte Regale den Abstand einzuhalten. Selina Zettel stellt fest, dass ihre Kundschaft beim Einkauf verunsichert wirkt und Hefe und WC-Papier gehamstert
   
Kartoffelverkauf Familie Müller Auch beim selbstbedienten Kartoffelverkauf von Reto Müller wird gehamstert. Das ist hier ausnahmsweise nicht tragisch, denn Kartoffeln, die er normalerweise an Restaurants liefert, brauchen jetzt einen anderen Absatzkanal. 
   
Wohngruppe Friedeck Die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppe Friedeck in Gächlingen erledigen ihre schulischen Aufgaben nun anstatt in der Schule in der Wohngruppe. «Zum Glück gibt es den Garten und das Trampolin», sagt eine Betreuerin. «Diese Zeit ist für alle sehr anspruchsvoll und bringt viele Unsicherheiten.»