KAG Kommission zur Attraktivierung von Gächlingen

 Bericht der Schaffhauser Nachrichten über die Gemeindeversammlung vom 27. Mai 2010

 

Publiziert am 29.05.2010

Mit 30 km/h Dorfstrasse aufwerten

Kommissionspräsident Peter Luginbühl vor der aufzuwertenden Hauptstrasse von Gächlingen. Bild Hans-Caspar Ryser
Kommissionspräsident Peter Luginbühl vor der aufzuwertenden Hauptstrasse von Gächlingen. Bild Hans-Caspar Ryser
 

Zur Attraktivierung der Dorfstrasse hat sich die Gemeindeversammlung Gächlingen für die Variante mit gemischtem Fussgänger- und Fahrbahnbereich sowie einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h entschieden.

von hans-caspar ryser

Der Grossaufmarsch von 96 Stimmberechtigten und die voll besetzte Turnhalle von Gächlingen sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein besonders umstrittenes Geschäft auf der Traktandenliste steht und dass für Spannung gesorgt ist. So geschehen an der jüngsten Gemeindeversammlung von Gächlingen.

Wie bereits in Löhningen vor einer Woche bildete auch in Gächlingen die Attraktivierung der Dorfstrasse den Anlass für den Grossaufmarsch. Gemeindepräsident Kurt Salvisberg hielt eingangs der Behandlung des Geschäftes fest, dass es lediglich um einen Variantenentscheid gehe und dass der daraus resultierende Gestaltungsplan der Versammlung vorgelegt werde.

Zwei Varianten zur Auswahl

Peter Luginbühl, Präsident der von den Gemeindebehörden eingesetzten Kommission für die Attraktivierung von Gächlingen (KAG), stellte vorerst die ausgewerteten Ergebnisse der Umfrage zur Attraktivierung der Dorfstrasse vor. Unter den Vorschlägen am höchsten gewichtet wurden die Einführung einer 30-km/h-Zone, die Gestaltung um den Brunnen an der Ecke zum Gemeindehaus, die Schaffung von Trottoir- und Fussgängerbereichen sowie die Erhaltung der Dorfstrasse in ihrer heutigen Form. Aufgrund der Umfrageergebnisse erarbeitete die KAG folgende zwei Gestaltungsvarianten: Bei der Variante A erfolgt eine klare Trennung des rollenden Verkehrs vom Fussgängerverkehr, und zwar mit dem Bau von Trottoirs. Die Höchstgeschwindigkeit bliebe auf 50 km/h beschränkt. An neuralgischen Punkten würden Fussgängerstreifen eingerichtet. Die Fahrbahn könnte auf eine minimale Breite beschränkt werden. Die Variante B sieht einen gemischten Fussgänger- und Fahrbereich sowie die Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h vor. Der Bereich Gemeindehausbrunnen soll verkehrsfrei werden. Rund um den Gemeindehausbrunnen herum sollen eine Erholungszone mit den bestehenden Bäumen und Parkiermöglichkeiten geschaffen werden. Nachdem die strittigsten Punkte beider Varianten bereits an der Info-Veranstaltung erschöpfend diskutiert worden waren, beschränkten sich die Vorstösse und Wortmeldungen auf das Wesentliche. So teilte eine Vertreterin der Schulbehörde mit, dass auch die Schule die Variante B statt der zuvor favorisierten Variante A unterstütze. Das Argument, dass mit einer tieferen Geschwindigkeit auch in einer gemischten Verkehrszone mehr Sicherheit erreicht werde, sei für den Meinungsumschwung ausschlaggebend gewesen. Auch die KAG sowie der Gemeinderat unterstützten die Variante B. So erstaunt es nicht, dass die Variante B mit 78 Jastimmen gegenüber 7 Jastimmen für die Variante A klar angenommen wurde.

Erfreuliche Jahresrechnung

Etwas im Schatten des Variantenentscheides standen die von Finanzreferent Willi Gretler vorgestellte Jahresrechnung 2009, welche mit einem erfreulichen Ertragsüberschuss von 168 648 Franken abschloss, sowie der Erschliessungskredit «Nöörste I» über 265 011 Franken. Beide Geschäfte wurden ohne Gegenstimme genehmigt.

 

30.05.2010