In acht Stunden vom Haumesser bis zum Kreuz

 

Das war die Tagesleistung der beiden "Strassenwischer", die das Stück "Nine to five" ansagten. Im zweiten Teil des Gächlinger Musik-Chränzli waren originelle Kostüme zu sehen: Punk- und Hippiegirls, Knickerbocker, junge Burschen in Grossvaters Anzug oder gestandene Musiker in ihren alten Uniformen. Mit musikalischem Können und Humor boten die gut 30 Musikanten unter der Leitung von Bruno Züst am vergangenen Samstag eine Abendunterhaltung, die diesen Namen verdient.

 

(mn) Hintergrund des Mottos "Wie die Zeit vergeht ..." dürfte das 90-Jahr-Jubiläum der Musikgesellschaft Gächlingen gewesen sein. Schon beim Eintreten in die voll besetzte Turnhalle fielen den Besuchern alte Fotos an den Wänden auf, und als Tischdekoration dienten Bilder aus alten Musikpässen. Die gleichen Passfotos wurden während dem Vortrag des "Guggerzytli" auf der Leinwand gezeigt und lösten bei den Zuschauern manchmal überraschte Reaktionen aus: "Was, hät de emol so vill Hoor gha!" oder "De hät jo usgsee wie sin Junior!".

Die Musikgesellschaft wollte allerdings nicht nur das Publikum zum Schmunzeln bringen. Im ersten Teil nahmen sie die Besucher aus nah und fern mit auf eine musikalische Weltreise. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Strauss-Melodien aus Wien, der Czardas Anitschka aus Russland, Petite Fleur aus dem Jazzmekka der US-Südstaaten und ein Samba, der nicht nur die Füsse der Musiker wippen liess. Natürlich wurde auch eine Polka gespielt: Sorgenbrecher. Durch das souverän vorgetragene Programm führten der Präsident Werner Müller und die Flügehornistin Brigitte Baumann. Die Zuhörer spürten, dass Jung und Alt mit Spass gemeinsam musizierten.

Nach der Pause waren die Augen und Ohren des Publikums manchmal stark herausgefordert: Sollen wir jetzt auf der Leinwand die Bilder aus vergangenen Zeiten anschauen, oder doch lieber die farbenfrohen Kostüme auf der Bühne? Oder sollen wir uns auf die Musik konzentrieren? Zwischen den Stücken, die vergangene und zukünftige Zeiten beschrieben, spielten die Musiker jeweils zu zweit einen kurzen Sketch. Dabei zeigten sie, dass sie ohne Probleme auch über sich selber lachen können.

Nachwuchsförderung wird in der MG Gächlingen gross geschrieben. So wirkten im zweiten Teil drei Jungmusikanten mit, die für diesen Auftritt gut zwei Monate lang mit den "Grossen" geprobt hatten. Ausserdem überliess der bewährte Dirigent für zwei Stücke seinen Platz dem Jungdirigenten Christian Salvisberg.

Wie es sich für eine gelungene Abendunterhaltung gehört, fehlten weder eine gut geführte Wirtschaft mit leckeren Speisen noch eine reichhaltige Tombola noch eine Tanzmusik nach dem Programm.

Die Abendunterhaltung war so etwas wie der Startschuss ins neue Musikerjahr. Weiter Anlässe wie ein Feierabendkonzert im Juni, ein Familien-Tag im Juli und das Herbstfest am 2. Oktober stehen auf dem Programm.

Marianne Näf

 




Die MG Gächlingen konzertiert unter der Leitung von Bruno Züst

Strassenwischer im Einsatz

Bunt gekleidete MG Gächlingen unter der Leitung von Christian Salvisberg

 




Die MG Gächlingen für einmal in ungewohnten Kleidern

Dirigent Bruno Züst und das Musikkorps geniessen den Applaus der vielen Zuhörer

Bunte Kostüme aus vergangenen Zeiten bildeten einen Augenschmaus